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Akteurs-Workshop im Rahmen des Projekts "Raumbezogene Identitäten verstehen und nutzen". (Foto: ARL Hannover)

Ressource Regionale Identität

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Was ist regionale Identität?
Orte, Städte, Regionen und Landschaften – sie alle und ihre Bewohner lassen sich mit mehr oder weniger klischeehaften Merkmalen beschreiben: Der sparsame Schwabe, der hippe Berliner, der arbeitssame, christkatholische Südoldenburger. Zuschreibungen dieser Art – von außen, aber auch von innen – bieten Orientierungshilfe und ein Ordnungssystem, in dem sich der Einzelne verorten kann. Mit den jeweiligen Merkmalen wird man sich mehr oder weniger identifizieren, frei wählbar sind sie nicht, sondern meist historisch gewachsen und zum Beispiel im Tourismusmarketing immer wieder neu verhandelt.
Regionale, raumbezogene Identität meint damit die wahrgenommene Eigenheit einer Region. Dies umfasst mehrheitliche, oft auch medial vermittelte Zuschreibungen ebenso wie eine individuell wahrgenommene, persönliche Zugehörigkeit – ein Heimatgefühl.

Im Rahmen des MWK-Förderformats „Zukunftsdiskurse“ beschäftigt sich ein Projektteam der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) und des Instituts für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover mit der Ressource Regionale Identität. Das bis ins Frühjahr 2020 laufende Projekt mit dem Titel „Raumbezogene Identitäten verstehen und nutzen. Eine Chance für zukunftsorientierte Regionen“ lotet im interdisziplinären Wissens- und Erfahrungsaustausch aus, inwiefern raumbezogene Identitäten Einfluss auf Veränderungs- und Gestaltungsprozesse in ländlichen Regionen haben.

Akteurs-Workshop im Rahmen des Projekts „Raumbezogene Identitäten verstehen und nutzen“. (Foto: ARL Hannover)

Das Projekt möchte Akteur*innen und Verantwortliche in Planung, Politik und Gesellschaft animieren, regionale Identitäten in Gestaltungsprozessen vor Ort zu berücksichtigen. Zugleich soll die kritische Auseinandersetzung der Bevölkerung mit verschiedenen Identifikationsmustern angeregt werden – auch, um öffentliche Diskurse zu versachlichen und gesellschaftliche Entwicklungen nachhaltiger zu gestalten.
Die Ausgangsthesen des Projekts werden in der aktuellen Ausgabe der „Nachrichten der ARL 02/2019“ (Hier weiterlesen!) erläutert. Außerdem fand am 20. November 2019 ein Akteurs-Workshop „Regionale Identität als Ressource für nachhaltige Zukunftsentwicklung“ statt, bei dem Praxisbeispiele vorgestellt und Erfahrungen aus der Praxis von Regionalisierung und Raumplanung diskutiert wurden.

Ein Fazit: Der Erfolg von Raumplanungs- und Transformationsprozessen sowie deren nachhaltige und damit zukunftsfähige Gestaltung hängt ganz wesentlich davon ab, wie sensibel regionale Besonderheiten und identitätsstiftende Momente berücksichtigt werden. Technische Innovationen und Eingriffe ins Landschaftsbild werden umso deutlich besser angenommen, wenn die Bevölkerung vor Ort angehört wird und wo möglich mitentscheiden kann. Regionale Identität ist damit weit mehr als romantische Heimattümelei. Weil Menschen immer mehr nach individuellen Kriterien auswählen, wo und wie sie leben möchten, wird die Identifikation mit einer Region schnell auch zum harten Wirtschaftsfaktor. Dies gilt im Zuge allgemeiner Regionalisierungstendenzen vor allem auch für ländliche Räume und Dörfer!

CLL

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